Journal Title
Title of Journal: pädiatr hautnah
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Abbravation: pädiatrie hautnah
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Publisher
Urban and Vogel
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Authors: Hartmut Koch
Publish Date: 2013/06/12
Volume: 25, Issue: 3, Pages: 180-180
Abstract
Nach den SchädelHirnTraumata sind intraabdominelle Verletzungen die zweithäufigste Todesursache bei Kindesmisshandlungen Die Bestimmung der Transaminasen könnte zur Aufklärung dieser Fälle beitragen Jedoch wurden Sensitivität und Spezifität eines bestimmten Grenzwertes in der Vergangenheit nicht überprüftDie klassischen klinischen Zeichen einer intraabdominalen Verletzung wie äußerlich sichtbare Hämatome Abwehrspannung und Auftreibung des Bauches sind späte Symptome Aus diesem Grund wurde schon seit längerer Zeit empfohlen die Transaminasen routinemäßig zu bestimmen Nunmehr hat die Arbeitsgruppe von Daniel M Lindberg aus Boston Massachusetts eine retrospektive sekundäre Analyse vorgelegt Das Ziel der Studie war zu ermitteln ob ein Grenzwert für die Transaminasen von 80 U/l geeignet ist eine okkulte intraabdominale Verletzung bei Kindern die wegen Misshandlung untersucht werden zu entdecken Es handelt sich um eine Multicenterstudie mit insgesamt 2890 Patienten in der Altersgruppe unter zehn JahrenAlle Kinder waren wegen des Verdachts auf Misshandlung untersucht worden Insgesamt nahmen 20 Kliniken teil Bei 1538 Patienten lag eine Bestimmung der hepatischen Transaminasen vor Verletzungen am Abdomen wurde bei 82 Kindern festgestellt entspricht 28 Als definitives Testverfahren für eine intraabdominale Verletzung wurden CT MRT chirurgische Exploration oder Autopsie angesehen Die intraabdominale Verletzung wurde definiert als radiologisches organpathologisches Korrelat einer Verletzung von Leber Milz Pankreas Darm Mesenterium Niere Nebenniere Blase oder AbdominalgefäßenDie Kinder mit abdominalen Verletzungen waren zwischen fünf und 34 Monate alt 11 dieser Kinder starben Gut die Hälfte von ihnen hatte auch knöcherne Verletzung Bei gut einem Drittel lagen Hirnverletzungen vor Fast drei Viertel zeigten zusätzlich Hautverletzungen Jedoch hatten immerhin 11 keine der genannten Verletzungen Bei Transaminasenwerten ALT AST ≥ 80 U/l betrug die Wahrscheinlichkeit einer intraabdominalen Verletzung 20 Der genannte Grenzwert hatte eine Sensitivität von 838 und einer Spezifität von 831 für die Entdeckung eines Traumas im AbdomenLindberg et al raten aufgrund ihrer Ergebnisse dass Kinder in der Altersgruppe bis zehn Jahre die wegen Verdacht auf Misshandlung untersucht werden und Transaminasen über 80 U/l aufweisen einem definitiven Verfahren zum Erkennen oder Ausschließen eine intraabdominalen Verletzung unterzogen werden müssenKommentar Die Studie liefert eine gute Begründung für die routinemäßige Bestimmung der Transaminasen bei Verdacht auf Misshandlung Nachdem 11 der Kinder mit definitiv nachgewiesener intraabdominaler Verletzung durch Misshandlung keine zusätzlich erkennbaren Verletzungen aufwiesen erscheint die Schlussfolgerung noch nachdrücklicher In diesem Sinne muss die Misshandlung in den Katalog der Differenzialdiagnosen bei unklarer Transaminasenerhöhung mit aufgenommen werden
Keywords:
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