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Journal Title

Title of Journal: Info Onkol

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Abbravation: Info Onkologie

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Publisher

Urban and Vogel

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DOI

10.1002/jmri.1880070308

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ISSN

1613-3633

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„Gute alte Zeiten als jedes Ding nur zwei Seiten

Authors:
Publish Date: 2013/05/29
Volume: 16, Issue: 4, Pages: 3-3
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Abstract

Die Therapie der indolenten Lymphome speziell des follikulären Lymphoms war in den vergangenen Jahrzehnten relativ statisch Die Erkrankung ist zwar für eine Vielzahl von Chemotherapeutika empfindlich und auch im Rezidiv noch einer Therapie zugänglich der Langzeitverlauf blieb jedoch auch nach unterschiedlichen Therapiestrategien nahezu unbeeinflusst Entsprechend gab und gibt es in verschiedenen nationalen und internationalen Guidelines keinen Konsensus über die beste ChemotherapieOption beim follikulären Lymphom Ghielmini M et al ESMO Guidelines follicular lymphoma Ann Oncol 2013243 56176 Erst mit der Einführung des AntiCD20Antikörpers Rituximab wurde endlich ein erster Fortschritt im Hinblick auf das Gesamtüberleben erreicht die Auswahl der optimalen Chemotherapie blieb aber weiter umstritten In der vorliegenden Ausgabe wird ausführlich ein in Deutschland bewährtes in den USA noch häufig als innovativ bezeichnetes Therapieregime unter Einschluss von Bendamustin diskutiertIn den 60er Jahren war Bendamustin in der DDR als günstige Alternative zu Cyclophosphamid synthetisiert worden Die Neubewertung dieser alten Substanz ist das Verdienst von Matthias Rummel und der Studiengruppe indolente Lymphome StiL die Bendamustin in Kombination mit Rituximab BR in direktem Vergleich mit einer Standardtherapie RCHOP untersuchten Es bestätigte sich speziell die gute Verträglichkeit von Bendamustin Vor allem die im Alltag stark einschränkenden Nebenwirkungen Alopezie und Neuropathie waren geringer So steht neben RCHOP RCVP und anderen nun BR als zusätzliche Behandlungsoption zur Auswahl Auf der anderen Seite kann aufgrund aktueller Studiendaten nicht mehr zu einer Fludarabinhaltigen Primärtherapie geraten werdenIn welche Richtung werden sich künftige Therapien entwickeln Gerade beim follikulären Lymphom spielt die Immunabwehr eine wichtige prognostische Rolle Patienten in denen eine spezifische TZellgetriggerte Immunabwehr ausgelöst wird haben eine deutlich bessere Prognose als Patienten mit einer unspezifischen Makrophagenreaktion In Vakzinierungsstudien wurde daher versucht diese Immunreaktion zu stimulieren allerdings mit durchaus uneinheitlichen ErgebnissenEine neue Option könnte sich durch die auch beim follikulären Lymphom durchgeführte Genomsequenzierung ergeben Bei ca 25 der follikulären Lymphome sind Mutationen des EZH2Gens nachweisbar Das EZH2Gen greift unmittelbar in die DNSMethylierung der malignen Zelle ein und ist damit ein möglicher therapeutischer AnsatzAuf der anderen Seite haben gerade die immunmodulatorisch wirksamen Substanzen IMiDs erstmals die Notwendigkeit einer chemotherapiehaltigen Erstbehandlung beim follikulären Lymphom in Frage gestellt In einer PhaseIIStudie wurden vergleichbare Ansprechraten und ein vergleichbares progressionsfreies Überleben erreicht wie in anderen Studien mit einer StandardChemotherapie RCHOP oder BR Fowler N H et al ASH 2012 Derzeit wird in einer großen internationalen Studie der Wert einer chemotherapiefreien Primärtherapie beim follikulären Lymphom untersuchtSchließlich gab es im letzten Jahr beeindruckende Ergebnisse mit Inhibitoren des BZellrezeptorSignalwegs in verschiedenen LymphomSuptypen einschließlich der CLL und dem M Waldenström aber auch einem Teil der aggressiven Lymphome MantelzellLymphom und diffuses großzelliges Lymphom Von diesem Zellsignal hängt ab ob der Lymphozyt während seiner physiologischen Reifung im Keimzentrum des Lymphknotens überlebt und es ist durchaus erstaunlich dass auch die maligne Zelle noch von diesem Signalpfad abhängig istAll diese Therapieoptionen haben das Potential die Standardtherapie des indolenten Lymphoms zu revolutionieren Aggressivere Therapieoptionen wie die Stammzelltransplantation werden ins höhere Rezidiv zurücktreten Möglicherweise ist die heutige StandardChemotherapie in zehn Jahren nur noch für einen Teil unserer Patienten mit indolenten Lymphom notwendig Damit würde sich endlich ein Kreis schließen von dem langjährigen Wissen um die molekulargenetische Entstehung des indolenten Lymphoms und der zentralen Rolle der immunologischen Tumorabwehr hin zu einer gezielteren und damit wirksameren aber auch besser verträglicheren Therapie der indolenten Lymphome


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