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Journal Title

Title of Journal: Zbl Arbeitsmed

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Abbravation: Zentralblatt für Arbeitsmedizin, Arbeitsschutz und Ergonomie

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Publisher

Springer-Verlag

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DOI

10.1002/anie.198909531

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ISSN

2198-0713

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Vertäubung und Erholung des Gehörs sowie Reaktion

Authors: Helmut Strasser Hartmut Irle
Publish Date: 2014/03/27
Volume: 58, Issue: 3, Pages: 66-81
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Abstract

Die Untersuchung der Wirkung kombinierter Belastungen spielte bislang in der Arbeitsphysiologie und in der Arbeitswissenschaft eine eher untergeordnete Rolle Dabei kommen die verschiedenen Belastungsarten im Arbeitsleben kaum jemals in „Reinkultur“ vor und es ist davon auszugehen dass ihre jeweils spezifischen Wirkungen in der Beanspruchung nicht einfach aufaddiert werden dürfen Einerseits sind nämlich synergistische sich gegenseitig verstärkende Effekte möglich Andererseits sind aber auch antagonistische kompensatorische Wirkungen zumindest vorstellbarDie spezifischen Wirkungen von kontinuierlichem Lärm sind bekanntlich in zeitweiligen oder bei jahrelangen Expositionen sogar in permanenten Hörschwellenanhebungen zu sehen Selbst Schallbelastungen die im Produktionsbereich bis vor kurzem noch ohne Tragen von Gehörschutz zulässig waren zB 85 dB/8 h bzw 94 dB/1 h führen bereits zu beträchtlichen Vertäubungen in der Größenordnung um 20 dB die oft erst nach Stunden wieder vollständig abgeklungen sind In zwei größeren Studien im Labor mit jeweils 5 Versuchsreihen wurde den Wirkungen von Belastungen nachgegangen die in der Arbeit und in der Freizeit geradezu alltäglich sind und von deren Kombination zumindest theoretisch eine abschwächende oder potenzierende Wirkung erwartet werden konnteDen Ergebnissen zufolge werden die durch Lärm verursachten Vertäubungen des Gehörs durch physische Belastungen deutlich abgemildert So führt eine den Kreislauf nicht überfordernde allseitig dynamische Muskelbelastung von 50 Watt wenn sie gleichzeitig zur Schallbelastung vorliegt zu einer signifikant verkürzten Rückbildung der Vertäubung Körperliche die physische Leistungsfähigkeit überfordernde Tätigkeiten interferieren allerdings nicht mehr positiv sondern eher negativ mit den Effekten von Schallbelastungen Nach den Schallexpositionen einsetzende körperliche Anstrengungen sind ebenfalls positiv für die Erholung des Gehörs Das gilt selbst für starke oberhalb der Dauerleistungsgrenze liegende körperliche Aktivitäten von 100 Watt wenn sie durch Kurzpausen unterbrochen werden Erwartungsgemäß führt vor der Schallbelastung verabreichter Alkohol mit einem Maximum von 08 ‰ im Blut zu einer besseren subjektiven Verträglichkeit von Lärm hat aber überraschenderweise keinen negativen Einfluss auf die Wirkungen von Lärm Vielmehr werden zumindest ansatzweise Vertäubungen schneller abgebautDie Belastung des Organismus durch Rauchen 10 Zigaretten verteilt über mehrere Stunden vor der Schallbelastung dh Kohlenmonoxid und Nikotin im Blut mit einer damit verbundenen Schwächung der O2Transportkapazität und Gefäßverengungen hat zwar unmittelbar nach der Schallbelastung etwas geringere Vertäubungen zufolge verzögert jedoch deutlich deren Rückbildung Vor allem in Kombination mit zusätzlichen hohen physischen Belastungen muss mit negativen Folgen gerechnet werden Darüber hinaus führt die Belastung durch Rauchen zu signifikant erhöhten KreislaufbeanspruchungenIn 2 studies each with 5 test series physiological costs of the hearing due to legally tolerable noise exposures of 94 dBA for 1 hr have been measured audiometrically The temporary threshold shifts TTS and their restitution time as well as cardiovascular responses in workrelated heart rate increases of 10 and 8 subjects Ss respectively could be shown to be modulated by additional physical stress and combined exposure to alcohol Study 1 and cigarette smoke Study 2 Moderate dynamic muscle work 50 W administered via a bicycle ergometer either immediately after noise or simultaneous to the noise exposure significantly reduced restitution time as well as the integrated restitution temporary threshold shift IRTTS A physical stress to 100 W — which exceeded the endurance level when demanded simultaneously to the noise exposure — did not show any favourable effects However if the same physical stress succeeded the noise exposure and when it was interrupted several times for the audiometric measurements it also brought about significant accelerations of the restitution processes Some reductions in physiological costs of the hearing were found due to an intervening alcohol consumption blood alcohol concentration~ 008 prior to the noise exposure and a simultaneous physical load of 50 W Smoking 10 cigarettes instead of the consumption of alcohol was associated with a reduced TTS but a prolonged restitution time IRTTS as total physiological costs of the most unfavourable combination of noise simultaneous high physical workload and preceding smoke exposure was increased The results of the test series with cigarette smoke — probably due to the small group of just 8 Ss and the counteracting effects of the agents carbon monoxide CO and nicotine — were not statistically significant but these exposures were associated with a substantial activation of the cardiovascular system Significant heart rate increases are evidence that CO and nicotine must not be neglected as influential factors in the context of physiological costs that the organism and especially the hearing has to pay for noise exposures


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References


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