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Journal Title

Title of Journal: Nervenarzt

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Abbravation: Der Nervenarzt

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Publisher

Springer-Verlag

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DOI

10.1002/pen.760211202

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ISSN

1433-0407

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Erweiterte therapeutische Strategien bei neurologi

Authors: AC Ludolph J Kassubek
Publish Date: 2011/07/29
Volume: 82, Issue: 8, Pages: 955-
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Abstract

Der Neurologie haftete über lange Zeiten ein stereotyp vorgebrachtes VorUrteil an Sie sei ein diagnostiklastiges Fachgebiet mit bei den meisten Patienten stark limitierten bis inexistenten Therapieoptionen Dies war auch ein oft gehörtes Argument bei Medizinstudenten die sich trotz grundsätzlichen Interesses bei der Wahl ihrer klinischen Ausbildung für andere Fachdisziplinen entschieden Die Entwicklungen der letzten 2 Jahrzehnte haben bei zahlreichen neurologischen Erkrankungsgruppen hier erfreulicherweise zuvor kaum vorstellbare tiefgreifende neue therapeutische Optionen erbracht Für andere Erkrankungen eröffneten diese oft aus den Grundlagenwissenschaften transferierten Erkenntnisse zumindest Potenzial und Perspektiven Diese Entwicklung stellte auch einen thematischen Schwerpunkt der 84 Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Neurologie 2011 dar Dieses Heft bietet eine Auswahl an Übersichten über bereits verfügbare neuartige Therapiewege und zukunftsweisende Perspektiven für ein breites Spektrum von Erkrankungen des neurologischen Fachgebiets Hierbei ist es unser Ziel einerseits die Möglichkeiten und die Grenzen der Therapie – für letztere auch deren zunehmende Verschiebung – bei unterschiedlichen Erkrankungen in der Neurologie aufzuzeigen andererseits die konsequente systematische Auswertung von klinischen Daten in großen Fallzahlen und den Transfer von in vitro gewonnenen Forschungsergebnissen als zukunftsorientierte Schritte zu klinischen Therapiestrategien darzustellenDie Beiträge in diesem Heft sind exemplarische Repräsentanten unterschiedlicher Phasen bei der fortgeschrittenen Anwendung und der Entwicklung therapeutischer Strategien Matthias Endres Martin Grond Werner Hacke Martin Ebinger Peter Schellinger und Martin Dichgans beschäftigen sich in ihrem Beitrag mit dem Schlaganfall als dem Erkrankungsbild das die Krankenversorgung unter stationären Bedingungen in neurologischen Kliniken tiefgreifend verändert hat und heute wesentlich prägt Zahlreiche neue Therapiekonzepte haben in der letzten Dekade durch klinische Behandlungserfolge einen therapeutischen Nihilismus ersetzt Diese positive Entwicklung ist keineswegs am Limit angekommen und die Autoren zeigen auf dass der Datenlage zu aktuellen „Grenzentscheidungen“ der Schlaganfalltherapie wie der Thrombolyse bei in den Zulassungsstudien nicht abgebildeten klinischen Konstellationen oder der Antikoagulation in Risikofällen das Potenzial zur weiteren Behandlungsoptimierung innewohntWeitere Beiträge stellen dar wie der Transfer von experimentellen Daten zur Ätiopathogenese in die Klinik zu verbesserten Therapiekonzepten mit höherer Spezifität geführt hat Die spektakulären therapeutischen Entwicklungen im Feld der Multiplen Sklerose MS werden von Frauke Zipp und Ralf Gold dargestellt auch im Hinblick auf die zugrunde liegenden experimentellen Daten der Schädigung des neuronalen Kompartiments und somit der Neurodegeneration in der Pathogenese Die Autoren berichten wie neue Therapiestrategien über antientzündliche Effekte hinaus spezifisch auf die Hemmung der MSassoziierten axonalen Degeneration und den Schutz vor neuronaler Schädigung im Sinne einer Neuroprotektion abzielen sodass ein weiterer Fortschritt in der Behandlung der MS in der Kombination aus antientzündlicher und neuroprotektiver oder sogar neuroregenerativer Therapiestrategie zu sehen ist Eine Darstellung von aus vertieftem Verständnis der Epileptogenese entwickelten kausal orientierten Fortschritten in der Therapie von Epilepsiesyndromen wird von Holger Lerche Annamaria Vezzani Heinz Beck Ingmar Blümcke Yvonne Weber und Christian Elger gegeben Durch die Identifizierung inflammatorischer Prozesse epigenetischer Mechanismen oder genetischer Defekte können spezifische therapeutische Ansätze in Zukunft ermöglichen eine Hemmung der Anfallsentstehung zu bewirken oder die Epileptogenese zu beeinflussen Christian Bien stellt am Beispiel der autoantikörperassoziierten Erkrankungen der grauen Substanz heraus wie die in den letzten Jahren rapide fortgeschrittene Entdeckung von Antikörpern gegen Oberflächenantigene des Zentralnervensystems bei immunvermittelten Enzephalopathien geholfen hat diese Entitäten zu identifizieren und zu verstehen und den Antikörpernachweis als die beste Information über das Ansprechen auf Immuntherapien zu erkennenDie beiden Beiträge zu neurodegenerativen Erkrankungen zeigen auf dass hier neue Wege zum verbesserten Verständnis der klinischpathophysiologischen Vorgänge gleichzeitig Wege zur Entwicklung potenziell verlaufsmodifizierender oder präventiver Strategien darstellen Christine Klein Johann Hagenah Bernhard Landwehrmeyer Thomas Münte und Thomas Klockgether schildern wie Untersuchungen des präsymptomatischen Stadiums neurodegenerativer Erkrankungen bei klinisch gesunden Mutationsträgern u a bei Chorea Huntington oder spinozerebellären Ataxien dazu führen können frühe und sensitive klinische und technische Marker zu identifizieren ebenso wie natürliche kompensatorische Mechanismen zu erkennen Markus Otto und die Mitglieder des Konsortiums zur Erforschung der frontotemporalen Lobärdegeneration FTLD stellen dar wie beim FTLDSpektrum Parameter sowohl für eine Frühdiagnose als auch eine Verlaufsbeurteilung untersucht werden um langfristig objektive Zielgrößen für pathophysiologisch und molekular ausgerichtete therapeutische Strategien zu entwickelnDie Beiträge dieses Heftes stellen nach unserem Verständnis somit nicht nur einen Eindruck der großen Bandbreite an klinischwissenschaftlichen Themen des diesjährigen Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Neurologie dar sondern spiegeln zugleich die Aufbruchsstimmung in der Therapieentwicklung etablierung und weiterentwicklung bei Erkrankungen in der Neurologie Diese Entwicklung hin zu einem therapeutischen Fach auf dem Boden sorgfältiger klinischer Diagnostik mit im klinischen Alltag eindeutig sichtbaren Behandlungserfolgen ist als positiver Faktor im zukunftsweisenden Prozess der Gewinnung des klinischen Nachwuchses zu werten


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References


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